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Unfälle mit E-Autos sind brandgefährlich

 Axa-Crashtests demonstrieren die Risiken der Elektrischen in der Realität

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Elektromobilität gilt derzeit als Antriebsalternative der Zukunft. Allein in Deutschland sollte eigentlich bis 2020 rund eine Million Fahrzeuge mit einem Elektromotor an Bord verkauft sein. Bis jetzt sind hierzulande zwar erst rund 110 000 Autos mit ausschließlich E-Motoren-Antrieb unterwegs – doch wie sicher sind sie eigentlich für Insassen und andere Verkehrsteilnehmer?

Bekanntlich sind Elektroautos nicht nur regional emissionsfrei, sondern sie sind auch blitzschnell: Vom Start weg stellen Elektromotoren ihr maximales Drehmoment zur Verfügung – anders als die Verbrenner Otto- und Dieselmotor. Das heißt aber auch, dass der Fahrer davon wissen und verantwortungsvoll damit umgehen muss. Zudem sind E-Autos fast lautlos unterwegs und deshalb schlechter als herkömmliche Fahrzeuge zu registrieren. Und dann haben die Elektroautos Lithium-Batterien an Bord – welche Gefahren von denen ausgehen, war unter anderem Thema spezieller Crashtests auf dem Flughafen Dübendorf nahe Zürich, initiiert von der Axa-Versicherung.

Welche Folgen die starke Beschleunigung haben kann, dokumentieren Unfallexperten im ersten Crashtest: Dabei beschleunigt der Fahrer eines Elektro-Autos auf der Landstraße zu stark und verliert dadurch die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kommt zu einer Frontkollision mit einem entgegenkommenden Auto bei Tempo 70. Sicherheitshalber ist die Batterie des Kleinwagens gegen eine gleich schwere Attrappe getauscht worden. Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention bei der Axa, erklärt auch gleich, warum: „Ein Unfall mit einem Elektroauto ist brandgefährlich. Dieses Risiko wollen wir angesichts der zahlreichen Beobachter nicht eingehen.“

Dann also der Crashtest. Es knallt ohrenbetäubend, Wrackteile fliegen durch die Luft. Die Airbags haben gezündet, doch der Überlebensraum für die Fahrer ist so klein, dass sie wohl kaum überlebt hätten. Zwar schaltet sich die Hochvoltanlage bei einem Unfall automatisch ab. Wird der Akku jedoch beschädigt, kann er zu brennen beginnen – und das auch noch bis zu 48 Stunden später. Und er lässt sich kaum löschen: Das Leichtmetall Lithium in der Batterie reagiert extrem auf Sauerstoff und brennt lichterloh, und dabei entstehen giftige Gase.

In jedem Fall wird die Feuerwehr bei einem solchen Unfall angefordert. Sie erscheint auch tatsächlich nach dem Crashtest, und die Brandexperten demonstrieren, wie logisch, präzise und aufwändig vorgegangen werden muss, um weder die Unfallopfer, noch sich selbst zu gefährden. Nachdem die beiden Fahrer geborgen und auf Tragen zu den Krankenwagen befördert sind, werden die Fahrzeuge nicht einfach abgeschleppt. Für den Abtransport des verunfallten Elektroautos gibt es spezielle luftdichte Container. Sollte das darin abgestellte Unfallauto in Brand geraten, kann durch spezielle Löscheinrichtungen und Abzugssysteme Schaden für die Umgebung abgewendet werden. Die Brandexperten arbeiten mit Spezialhandschuhen am Unfallort – die herumliegenden Teile des Elektro-Autos könnten noch Strom führen.

Ein zweiter Crashtest veranschaulicht, welche Gefahr der fast lautlos arbeitende Motor eines Elektroautos in sich birgt: Der Wagen fährt rückwärts aus einer Parklücke heraus. Eine ältere Frau mit Rollator, in diesem Falle natürlich ein Dummy, läuft in diesem Moment hinter dem Auto vorbei. Ein scheinbar harmloser Touch, doch die Wucht, die die Frau zu Boden reißt, hat es in sich. Damit solche Unfälle vermieden werden können, müssen seit Juli alle neuen Hybrid- und Elektroautos mit einem akustischen Warnsignal ausgestattet sein, das bei niedrigen Geschwindigkeiten ertönt. Für ältere Modelle gibt es derzeit jedoch keine Nachrüstpflicht. „Deshalb empfehlen wir allen E-Auto-Besitzern, ein Geräuschsystem freiwillig einbauen zu lassen“, sagt Bettina Zahnd.

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