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Honda-Bestseller auch mit Selbstzünder

 Neuer Civic unterstreicht sportliche Attribute auch per Design

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Honda Civic Diesel - Heck | Foto: Honda

Deutlich länger, etwas breiter und flacher – so hat Honda den neuen Civic im vergangenen Jahr auf die Räder gestellt. Zunächst trat er in der fünftürigen Schrägheck-Version zu Preisen ab 19 990 Euro in Deutschland an. Die viertürige und noch fast 15 Zentimeter längere Limousine folgte später – ebenso der Dieselmotor.
Schon dem Civic Nummer acht von 2005 sah man an, dass die Entwickler bestrebt waren, dem Fahrzeug wieder zu der Dynamik und Sportlichkeit zu verhelfen, die einmal zu den Grundfesten des Modells gehörten und zwischenzeitlich etwas verloren gegangen waren. Die Rückbesinnung wurde von Händlern und Kunden begrüßt, und so folgte Nummer neun im gleichen Stil. Mit dem Civic Nummer zehn setzte Honda nun noch eins drauf und hat dem Fahrzeug eine Portion Kampfeslust mit auf den Weg gegeben.
Fast schon ein bisschen grimmig schaut der Neue aus, dem die veränderten Proportionen gut getan haben. Satt und sicher, mit tieferem Schwerpunkt, steht er mit breiten Schluppen unter markanten Radhäusern auf der Straße. Aggressiv gestaltet ist die Frontpartie mit schmalen schrägen Augen und großen Lufteinlässen. Dynamisch wirken die stark konturierten Seitenlinien mit dem Hüftknick, markant das Heck mit seiner – wie bisher – durch den Spoiler geteilten Scheibe.
Ecken und Kanten bestimmen das Design, das aber in der etwas zerklüfteten Heckansicht recht unruhig wirkt. Freilich ist dem neuen Civic die Markenzugehörigkeit auf den ersten Blick anzusehen, und er erinnert durchaus auch an den Vorgänger, wenngleich er auf einer ganz neuen Plattform entwickelt und von Grund auf neu gestaltet wurde.
Als Kompakter soll der neue Civic noch gelten – dabei ist schon der Fünftürer über 4,52 Meter lang. Kurz sind die Überhänge, knapp zehn Zentimeter mehr misst der Radstand – das bringt ein für dieses Segment herausragendes Platzangebot für Passagiere und Gepäck. Über einen spürbaren Zuwachs an Beinfreiheit können sich die Fondpassagiere freuen. Unter der großen und breiten Heckklappe ist Platz für mindestens 420 Liter Gepäck, das sich über die mit 63 Zentimetern recht niedrige Ladekante problemlos einladen lässt.
Das Highlight im Cockpit ist zweifellos die neueste Version des Infotainmentsystems Connect mit einem in die Mittelkonsole integrierten Siebenzoll-Touchscreen. Dort werden unter anderem Klimaanlage und Infotainment „verwaltet“; ab der Ausstattung Elegance unseres Probefahrzeugs sind auf dem Display auch die Bilder der Rückfahrkamera zu sehen. Connect unterstützt unter anderem die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto. Praktisch ist die kabellose Ladestation für Smartphones, die es außer für die Basisversion als Zubehör und in den Ausstattungen Sport Plus und Prestige in Serie gibt.
Umfassend ist die serienmäßige Sicherheitsausstattung. Sie umfasst neben allen Airbags, dem ABS mit Bremskraftverteilung und dem elektronischen Schleuderschutz unter anderem ein Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff und Fußgängererkennung, den Bremsassistenten, den Spurhalteassistenten, die Verkehrszeichenerkennung, den Fernlicht-Assistenten und die adaptive Geschwindigkeits-Regelanlage ACC. Zunächst hat man für den Civic lediglich zwei neue VTEC-Turbo-Benziner angeboten. In diesem Jahr wurde aber auch ein Dieselmotor nachgeschoben – Honda hat den Vierzylinder gründlich überarbeitet. Er läuft jetzt nicht nur leiser als der Vorgänger – er arbeitet vor allem effizienter und sauberer. Der 1,6-Liter-i-DTEC, den wir im Kurztest unter die Lupe nahmen, leistet 88 kW/120 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 300 Nm. Damit schafft das Fahrzeug einen spontanen Antritt und zieht bereits ab 1000 U/min ordentlich durch. Der Normverbrauch von 3,5 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer ist natürlich nicht realistisch – mit etwa zwei Litern mehr auf dieser Distanz kamen wir aber gut zurecht. Mit diesem Motor unter der Haube ist der Civic ab 21 390 Euro zu haben.
Honda hat den Dieselmotor mit einem NOx-Speicherkatalysator ausgestattet – damit erfüllt er die strenge Abgasnorm Euro 6d-temp und ist von keinem Fahrverbot betroffen. Serienmäßig ist der Motor mit einem manuellen Sechsganggetriebe kombiniert – so auch unser Probefahrzeug. Das Schalten könnte sich etwas flüssiger gestalten, aber die Schaltwege sind angenehm kurz. Inzwischen legen viele Autokunden keinen Wert mehr auf einen Handschalter. So wird seit dem Sommer für den Civic Diesel auch eine Neunstufen-Automatik angeboten.

Eva-Maria Becker
Fotos: Honda

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