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Serienstart für den Elektrobus eCitaro

 Erstes voll elektrisches Daimler-Fahrzeug für den ÖPNV läuft vom Band

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Mercedes-Benz eCitaro | ©Foto: Daimler

Es ist soweit: Der erste voll elektrische Stadtbus eCitaro von Mercedes-Benz feierte vor kurzem seine Weltpremiere in Mainz und gleichzeitig seinen Serienstart. Der vollständig aufgeladene Bus bietet eine garantierte Reichweite von 150 Kilometern und wird für die Beförderung von bis zu 80 Personen im Nahverkehr eingesetzt.

Von Eva-Maria Becker

Androhungen von Fahrverboten für Diesel-Pkw in Städten und Ballungszentren sind derzeit an der Tagesordnung. Unausgegorene Schnellschüsse – schließlich hat der Fahrer eines Euro4- oder Euro5-Dieselautos mit dessen Kauf nichts Ungesetzliches getan, als dass er jetzt auf sein Fahrzeug verzichten oder es gar verschrotten soll. Über das Abgasverhalten weiterer Teilnehmer am Nahverkehr regt sich offiziell kaum einer auf. Dabei pusten Lkw’s und Busse reichlich Schadstoffe in die Luft. Das heißt aber nicht, dass die Fahrzeugbauer diese momentane Stille auskosten würden. Alle führenden Hersteller von Nutzfahrzeugen arbeiten an alternativen Antriebskonzepten. Auch Daimler will den Nahverkehr modernisieren und hat bereits Lkw’s mit Elektroantrieb für den Verteilerverkehr entwickelt. Bereits seit 2014 hat Daimler seine Fuso Canter E-Cell – das sind leichte Lkws mit E-Antrieb – in verschiedenen Ballungszentren probeweise im Einsatz.

Auf Herz und Nieren getestet

Nun will Daimler mit einem Elektro-Bus, dem eCitaro, den Nahverkehr weiter modernisieren. Die Prototypen wurden ausgiebig auf Herz und Nieren geprüft – unter anderem bei Testfahrten am Polarkreis und in der Hitze der spanischen Sierra Nevada. Die ersten Fahrzeuge werden zur kundennahen Fahrerprobung in die Metropolregion Rhein-Neckar geliefert. Die Hamburger und Berliner Verkehrsbetriebe haben bereits 35 eCitaro bestellt.

Der eCitaro, der erste Elektro-Stadtbus eines deutschen Herstellers, bezieht seine Antriebsenergie aus einem modularen Paket von Lithiumionen-Batterien mit einer Gesamtkapazität von bis zu 243 kWh, die auf dem Dach installiert sind. Der Antrieb erfolgt über eine Hinterachse mit radnabennahen Elektromotoren. Anreiz für die Kommunen: Der Bund will über seinen Mobilitätsfond Fördermittel für den Umstieg auf die sauberen Modelle bereitstellen.

Warum ist man bei Daimler so spät dran mit der Entwicklung von Elektro-Bussen? „Seriosität geht vor Schnelligkeit. Wir wollen elektrische Nutzfahrzeuge, die unter allen Bedingungen zuverlässig funktionieren – also bei jeder Außentemperatur, bei jeder Verkehrsdichte und bei jeder Topografie“ – so Daimler-Vorstand Martin Daum. Zugleich unterstreicht er, dass die Ära von Stadtbussen mit Verbrennungsmotoren noch längst nicht vorbei sei. Denn der E-Antrieb sei besonders problematisch – allein schon die Reichweite, die auch vom Einsatz der Heizung oder der Klimaanlage abhängig ist.

Bessere Infrastruktur nötig

150 Kilometer soll der eCitaro mit einer Batterie-Ladung schaffen – für manche Nahverkehrslinie sei das jedoch zu wenig. Gerade mal 30 Prozent der Einsätze ohne Zwischenladung könnten mit diesem Bus abgedeckt werden. Die nächste Generation des eCitaro solle 200 Kilometer schaffen. Gefragt wären jetzt auch die Städte: Wenn sie in die nötige Infrastruktur investieren, könnten die Busse auch an bestimmten Haltepunkten aufgeladen werden.

Sicher ist dann wohl, dass sich die Nachfrage nach E-Bussen deutlich steigert. Doch das bringt die nächsten Probleme: Hochwertige Rohstoffe für die Batterie-Produktion, die erhebliche CO2-Emissionen verursacht, werden immer knapper und teurer. Da die Akku-Lebensdauer des eCitaro nur rund fünf Jahre beträgt, muss relativ schnell für Nachschub gesorgt werden. Ein Wettlauf um die begehrten Rohstoffe beginnt. Und auch das nächste Problem ist noch ungeklärt: Wo und wie sollen die alten Akkus entsorgt werden? Noch also steht das Aus für Busse mit herkömmlichen Antrieben nicht bevor.

Eva-Maria Becker

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